Vietnam
Nach unserem Seetag legten wir bereits früh morgens in Phu My an. Von hier aus sind es bis Saigon noch ca. 2,5 Stunden Busfahrt. Eigentlich heißt Saigon seit vielen Jahren Ho Chi Minh-Stadt, jedoch sagen die Vietnamesen selber weiter Saigon.
Während unseres Seetages hatten wir uns einen Vortrag zum Vietnamkrieg angehört. Es ist erschreckend gewesen zu hören, welche Unmengen des Entlaubungsmittels „Agent orange“ die Amerikaner im Vietnamkrieg ausgebracht haben. Unter den Folgen leidet Vietnam noch heute. Für nähere Informationen kann man gerne einmal die verlinkte Seite aufrufen.
Um 6:30 sollten wir bereits von unserem Guide am Schiff abgeholt werden. Wir hatten unsere Reise über Bakadi-Dreams gebucht, nachdem wir im Internet hier einige gute Bewertungen gefunden hatten. Im Gegensatz zu „Mein Schiff“ bot Bakadi-Dreams eine Tour an, bei der sowohl Mekong-Delta, wie auch Saigon enthalten waren. Bei „Mein Schiff“ konnte man das nur einzeln als Tagesausflüge buchen.
Unsere Reisegruppe von 16 Personen war schon lange Richtung Mekong-Delta unterwegs, als der letzte Gast in die Ausflugsbusse von „Mein Schiff“ eingestiegen war.
Veranstalter der Reise war nicht Bakadi-Dreams, sondern die von einem Deutschen betriebene Agentur Vietnamdreams Travel. Man kann also auch direkt dort buchen.
Unser Reiseleiter war ein Vietnamese, ca. Ende 50 Jahre alt, der in Ost-Berlin studiert hatte und daher gut Deutsch sprach. Der Ausflug war sehr gut organisiert. Bereits beim Einsteigen, bekamen wir Erfrischungstücher um uns die Hände zu reinigen und Wasserflaschen. Vor der Bootstour wurde Insektenschutzmittel verteilt. Zur Mittagszeit gab es Snacks und Getränke im Bus, so dass wir die Zeit effektiv nutzen konnten um möglichst viel an Programm mitzunehmen. Die Tour ist auf jeden Fall uneingeschränkt zu empfehlen.
Mekong-Delta
Zunächst ging es in Richtung Mekong, wo eine Bootstour anstand. Hierzu mussten wir durch Saigon hindurch. Die Fahrt dauerte dann auch ca. 3 Stunden.
Während der Fahrt gab es schon so viel zu sehen, dass die Zeit wie im Flug verging. Um uns herum war ein permanentes Gewusel mit Motorrollern und Autos. Auf den Motorrollern wird alles mögliche transportiert. Von bis zu vier Personen, Schweinen, bis hin zu sämtlichen Waren.



Vietnam hat eine geringe Arbeitslosenquote, was an der fehlenden finanziellen Unterstützung von Arbeitslosen liegt. Diese machen sich daher mit kleinen Geschäften am Straßenrand selbständig und verkaufen irgendwelche Sachen. Folglich waren die Straßenränder voll mit kleinen „Geschäften“.

Im Bild ist ein Leichenwagen zu sehen. Der Reiseleiter erklärte, dass die Angehörigen mit dem Sarg im Wagen zur Bestattung fahren. Die wohlhabenderen Vietnamesen nutzen dabei einen bunten, geschmückten Wagen. Für die weniger betuchten Vietnamesen ist der Leichenwagen schwarz.

Vietnam ist unglaublich grün. Bereits auf der Hinfahrt reihten sich die Reisfelder aneinander.

Angekommen, ging es dann auf ein Motorboot, mit dem wir erst einmal ca. 30 Minuten über den Mekong fuhren. Der Mekong ist ein riesiger Fluss, der zehntlängste Fluss der Welt. Es herrscht recht großer Verkehr mit Frachtschiffen und kleinen Booten. Mitten im Fluss sind aber auch immer wieder verankerte Hausboote zu finden.

Mekong-Seitenarm
Danach fuhr unser Boot in einen Seitenarm und es zeigte sich ein ganz anderes Bild des Mekong-Deltas mit vielen Palmen und Mangroven.


Unser Boot brachte uns zu einer Farm. Hier wurden Krokodile gezüchtet und Süßigkeiten aus Kokosmilch gemacht, die auch probiert (und gekauft) werden konnten.


Nach einer kurzen Pause ging es zu Fuß durch die Palmen bis zur nächsten Straße weiter. Hier warteten bereits Pferdekutschen auf uns, die uns zu der ca. 1 km entfernten Anlegestelle der Ruderboote brachten.

Immer vier Personen saßen in einem Ruderboot und wurden zum Mekong zurückgerudert. Ein Motorboot nahm uns auf und brachte uns zum Bus zurück.
Saigon
Für Saigon war nicht mehr allzu viel Zeit eingeplant. Wir fuhren direkt in die Stadt, um uns das bekannte Postamt anzuschauen. Gegenüber des Postamtes ist die Kirche Notre Dame.


Der Baustil der beiden Gebäude und vieler weiterer Gebäude rührt aus der Zeit, als Vietnam französische Kolonie war. In dem Postamt sitzt seit Jahrzehnten ein früherer Mitarbeiter und heute alter Mann, Herr Duong Van Ngo (87), der für die Vietnamesen, die nicht schreiben können, die Korrespondenz übernimmt. Daneben beherrscht er eine Reihe an Fremdsprachen und kann die Briefe auch übersetzen. Mehr dazu hier.

Von hier aus ging es zum Finance-Tower, in dem im 52. Stockwerk Kaffeetrinken und fotografieren anstand. Dort wurden wir vom Inhaber von Vietnamdreams Travel begrüßt. Im Lokal war bereits wieder alles für uns vorbereitet und es gab noch kleine Geschenke für jeden Teilnehmer.

Nach der Kaffeepause ging es wieder zurück zum Schiff. Trotz eines schweren Gewitters während der Rückfahrt, kamen wir mit ausreichend zeitlichem Spielraum für Zwischenfälle pünktlich am Schiff an.
Es war ein toller Tag in Vietnam, der uns sehr beeindruckt hatte. Für uns steht fest, wir wollen noch einmal wiederkommen und vielleicht eine Rundreise mit anschließendem Badeurlaub machen.
Vor dem nächsten Gewitter gingen wir dann schnell an Bord.

Leider ging die Fahrt jetzt langsam dem Ende entgegen. Am nächsten Tag stand noch ein Seetag an und dann wären wir schon wieder in Singapur.