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Sydney Opera bei Nacht

Australien 2019 – Townsville bis Sydney

Dieser Beitrag ist Teil 3 von 3 Beiträgen in der Artikelserie Australien 2019

11. Oktober 2019

Auf dem Rückflug ist jetzt ausreichend Zeit, die letzten Etappen zusammenzufassen. In dieser Zeit ging unser Weg über Townsville, Mission Beach, Yungaburra nach Clifton Beach unmittelbar hinter Cairns. Von Cairns aus dann mit dem Flugzeug nach Sydney.

In Townsville kommen wir gegen die Mittagszeit an. Townsville ist eine kleine Industriestadt. Das merken wir schon, als wir dem Ort näher kommen. Auf den Straßen begegnen wir zum ersten Mal den langen Road-Trains. Große LKW, die zusätzlich noch zwei weitere Hänger haben. Und es soll noch längere davon geben.

Treffen in Townsville

Wir checken schnell im Hotel ein um uns dann direkt zum Treffen mit unserer Tochter zu begeben. In einem Café treffen wir sie mit ihrer Reisegruppe, einer Mischung von jungen Leuten aus Schweden, Frankreich und Österreich. Nach einer viel zu schnell vergangenen Stunde, müssen sie dann auch weiter, da sie auch noch einige Kilometer heute zu machen haben. Ach, das war schön.

Unser Hotel in Townsville ist eine große Bausünde, direkt am Strand, das „At the Sound“. Für eine Nacht okay, sonst lohnt es sich nicht, viele Worte über das Hotel zu verlieren. Wir verbringen den restlichen Nachmittag am Strand und gehen abends noch essen. Da es ohnehin nur ein Zwischenstopp auf der Reise in den Norden sein sollte, beschäftigen wir uns nicht weiter mit dem Ort. Unser Eindruck ist jedoch, dass man nicht nach Townsville muss, da gibt es wesentlich schönere Orte.

Am nächsten Morgen geht es dann nach Mission Beach. Wir steigen im Mission Reef Resort ab. Hier haben wir eine sehr schöne Wohnung, die sehr gut ausgestattet ist. Das Resort wird von einem Ehepaar betrieben und wir werden vom Ehemann Mark begrüßt. Mark ist ein unglaublich netter und hilfsbereiter Typ, der uns direkt beim Check-In mit vielen vielen Tipps versorgt und uns die auch alle auf der Karte einzeichnet. Von ihm erfahren wir in weiteren Gesprächen auch sehr viel über Australien. Mark rät uns davon ab, im Meer zu schwimmen, da die ersten Stinger gesehen worden wären. Stinger oder auch Box Jelly Fish sind Quallen, die bei Berührung mit der Haut im schlimmsten Fall zum Tode führen können. Mindestens aber verursachen sie unglaubliche Schmerzen. Vor den Stingern wird an der ganzen Küste gewarnt. An den Stränden stehen „Erste-Hilfe-Säulen“ mit einer Flasche, die eine essigartige Flüssigkeit enthält, die als Erste Hilfe verwendet werden kann. Danach muss man dringend zum Arzt.

Mission Beach Strand

Wir folgen den Tipps von Mark und begeben uns an ein von ihm empfohlenes Strandstück, wo wir einen schönen Nachmittag verbringen. Zum späteren Nachmittag fahren wir dann noch an einen anderen Strand, an dem ein Rundweg beginnt, der vor einigen Jahren vom örtlichen Rotary-Club angelegt wurde. Da wir leider nur Flip-Flops dabei haben, machen wir nach wenigen hundert Metern kehrt. Ansonsten hätten wir hier gute vier km laufen können.

Zum Abend hin gehen wir zum Thailänder. Von der Unterkunft aus geht es einmal um die Ecke und wir sind da. Gut, dass wir reserviert haben, denn es ist voll. Leider wird unser Essen vergessen. Wir beschweren uns und bekommen dann endlich nach zwei Stunden unser Essen. Als Entschädigung werden uns dafür alle unsere Getränke kostenlos gegeben. Zumindest anständig gelöst. Das Essen war im Übrigen sehr lecker.

Am nächsten Morgen geht es schon wieder weiter. Jetzt geht es in die Atherton Tablelands nach Yungaburra. Mark hatte uns hierzu erzählt, dass die Millionäre an der Küste im Winter an der Küste leben und im Sommer in die Tablelands gehen. Dort sei es bedeutend kühler. Nach dem ersten Weltkrieg hätten die heimkehrenden Soldaten vom Staat Land angeboten bekommen. Meistens wären es keine besonders guten Landstücke gewesen. Diejenigen, die aber in diesem Teil der Küste Land bekommen hätten, hätten ein Glückslos gezogen. Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen hier, sei das Land sehr fruchtbar. Die Enkelkinder dieser Generation seien dadurch zu Millionären geworden.

Platypus Aussichtspunkt
Platypus Aussichtspunkt in Yungaburra

Auf dem Weg nach Yungaburra machen wir einen Ausflug in den Regenwald. Wir wollen zu den Windin Falls. Das ist ein Wasserfall, der bevor er in die Tiefe stürzt eine Art Infinity-Pool bildet, in dem man schwimmen kann. Von hinten fotografiert ergibt das dann ein beeindruckendes Bild mit einer gigantischen Aussicht in die Tablelands.

Nachdem wir über einen schon abenteuerlichen Weg mit dem Wagen, den Wagen abstellen müssen, ist der Weg dorthin ist ca. 4 km lang. Wir schaffen es heute, daraus 7 km zu machen. Der Weg geht immer geradeaus und ist zum Teil von der Wegstrecke her recht anspruchsvoll. Wenn es vorher stark geregnet hat, kann es auch eine Rutschpartie werden. In jedem Fall ist gutes Schuhwerk empfohlen. Nach ca. 3 km kommt ein Schild, das auf einen Rundkurs zum Wasserfall hinweist. Dieses interpretieren wir jedoch falsch, so dass wir falsch laufen. Dummerweise haben wir es nicht fotografiert, so dass wir uns nochmal neu hätten orientieren können. An einer Stelle ist dann in einen Baum ein großes W geschnitzt. Wir nehmen an, dass es hier abzweigen soll und folgen dieser Beschilderung. Nach ca. 100 Metern entscheiden wir uns umzudrehen, da der Weg immer schmaler und schwerer zu begehen wird. Wir denken, wir sind doch falsch. Tatsächlich wären wir 150 weiter am Ziel gewesen. Wir gehen also wieder zurück und biegen in die andere Richtung ab. Damit gehen wir nun immer weiter vom Ziel weg. Nach ca. einem weiteren Kilometer entscheiden wir uns, zum Wegweiser zurückzugehen. Jetzt gelingt es uns dann auch, den Wegweiser richtig zu interpretieren und wir sind nach weiteren 900 Metern am Ziel.

Windin Falls
Windin Falls

So richtig am Ziel sind wir dann aber doch nicht. Um zu dem „Pool“ zu kommen ist jetzt ordentlich Klettern über Steine angesagt. Für junge Leute okay, für uns an der Grenze des Möglichen. Da es mittlerweile kurz vor vier Uhr ist, wir noch 4 km zurück müssen und bald die Dämmerung beginnt, machen wir nach einem erfolglosen Kletterversuch eine kurze Pause, ein paar Fotos und begeben uns auf dem Rückweg. Auf dem Rückweg, waren wir kurz davor uns wieder zu verlaufen, diesmal aber nur 100 Meter. Auf dem Weg zurück ist es im Regenwald lang durch das dichte Laubdach bereits teilweise sehr dämmerig. Von mir wird jedes Geräusch um uns herum misstrauisch registriert. Ich bin zumindest froh, noch bei Helligkeit aus dem Wald rauszukommen. Umso mehr überrascht uns, dass uns auf halber Strecke des Rückwegs noch drei Australier entgegenkommen, nur mit Handtuch dabei, auf dem Weg zum Fall. Die können auf gar keinen Fall im Hellen wieder zurück kommen. Für mich der blanke Horror.

Erschöpft und mit fast 30.000 Schritten auf unserem Schrittzähler kommen wir in unserer Unterkunft, den Allumbah Pocket Cottage in Yungaburra an. Hier sind wir jetzt für zwei Tage. Wir haben ein kleines Cottage, das sehr gut ausgestattet ist und total geschmackvoll eingerichtet ist. Von Beginn an fühlen wir uns hier sehr wohl. Für die Gäste gibt es abends einen Bereich, in dem man sich treffen kann und von 17 bis 19 Uhr kostenlos Wein und Knabbereien zur Verfügung stehen.

Wenn man will, kann man sein Grillfleisch auf dem Grill braten oder den Whirlpool im Garten benutzen. Eine ganz tolle Unterkunft.

Yungaburra ist ein sehr kleiner Ort. Wir gehen abends in das örtliche Hotel, das auch einen Pub hat. Das Gebäude ist das älteste Gebäude des Ortes wie uns voller Stolz berichtet wird. Das Restaurant ist sehr einfach, Selbstbedienung und hat einen eigentümlichen Charme. An diesem Abend ist ein Rugby-Endspiel und das Restaurant ist voll und wir bekommen zunächst keinen Tisch. Wir werden von einem Paar eingeladen, sich zu ihnen an den Tisch zu setzen.

Dieses Paar erkennt, dass wir Touristen sind und ist ganz neugierig, sich mit uns zu unterhalten. So entwickelt sich ein für uns sehr interessantes Gespräch. Die beiden leben auf einer Farm in der Nähe und sind nur wegen des Rugbyspiels da. Sie haben auf der Farm keinen Fernseher und der Mann wollte seine Raiders gewinnen sehen. Sie sind nur in den warmen Jahreszeiten auf der Farm, in der kühleren Zeit in ihrem Haus am Meer. Millionäre, von denen Mark uns erzählt hat ???

Wir kommen auf unsere Regenwaldtour zu sprechen und darauf, dass „every animal in Australia wants to kill you“. Der Mann erzählt, dass er am Vortag auf seiner Farm zwei Braunschlangen getötet hätte. Der Hund hätte angeschlagen und die Schlangen ließen sich nicht vertreiben und wurden aggressiv. Da musste er sie töten. Braunschlangen sind lt. Wikipedia die zweitgiftigste Schlangenart. Da waren sie endlich meine Mördertiere!

Während des Essens, im übrigen ein hervorragendes Steak, lernen wir die Grundregeln des Rugby kennen. Wir haben auf jeden Fall einen tollen Abend, gutes Bier und nette Gespräche. Die Canberra Raiders verlieren übriges gegen die Sydney Roosters.

Die Nacht ist dann tatsächlich sehr kalt, was wir in den Holzcottages zu spüren bekommen. Wir verstehen, warum die Australier die Berge mögen, wenn es an der Küste sehr heiß wird.

Elinjaa Falls
Elinjaa Falls

Am nächsten Tag machen wir eine Wasserfalltour – mit dem Auto. Wir fahren zu den Millaa-Millaa-Falls. Hier kann man auch an den Fällen baden, wobei das Wasser eiskalt ist. Hier gelingt uns dann zum Ausgleich für das entgangene Foto an den Windin Falls ein schönes Foto. Weiter geht es zum Zillie-Fall und von da aus zum Ellinja-Fall. Der Ellinja-Fall ist nach unserer Meinung der schönste Wasserfall von den dreien, wenngleich der Millaa-Millaa-Fall der bekannteste ist.

Von den Fällen aus fahren wir weiter zu einer Teeplantage. Für uns war neu, dass auch in Australien Tee angebaut wird. Tatsächlich wird schon seit Ende des 19. Jahrhunderts Tee in Australien angebaut. Erst mit Entwicklung einer Erntemaschine wurde das kommerziell aber ein Erfolg.

Am Abend wollen wir dann im Ort in einem anderen Restaurant essen gehen. Leider haben alle zu, außer das Restaurant vom Vorabend. Also gehen wir wieder dort hin. Hier kommen wir wieder mit einem Paar ins Gespräch, die vor drei Jahren in der Nähe einen Camperpark übernommen haben. Als sie den Park übernommen haben, zeigte ihnen der Vorbesitzer voller Stolz eine 6 Meter lange Pythonschlange, die er dort gefangen hat. Es gibt sie also tatsächlich die gefährlichen Tiere in Australien.

Von Yungaburra geht weiter nach Clifton Beach, unserer letzten Station an der Küste. Diesmal sind es nur gute eineinhalb Stunden Fahrt, bis wir am Ziel sind. Wir kommen von über 700 Metern Höhe auf den Meeresspiegel herunter. Bei angenehmen 30 Grad und 26 Grad Wassertemperatur haben wir einen wundervollen Strandtag. Unsere Vermieterin Maz erklärt uns, dass wir ohne Bedenken im Meer baden können. Die Stingers kämen erst ab 28 Grad Wassertemperatur. Was uns die anderen erzählt hätten, wäre Quatsch. Wir glauben es und baden mit Vergnügen im Pazifik. Wobei ein bisschen Angst habe ich natürlich schon, da am Strand neben der Warnung vor den Stingers auch vor Krokodilen im Wasser gewarnt wird …..

Am Pool bei Maz und Alan in Clifton Beach
Am Pool bei Maz und Alan in Clifton Beach

Unsere Vermieter sind unglaublich nette Menschen. Beide sind eigentlich Rentner, aber noch sehr aktiv. Maz kümmert sich um die zwei Apartments, die sie vermieten, Alan (ehemaliger Air Force Pilot) macht alles mögliche, z.B. eine Radiosendung einmal die Woche und DJ auf Hochzeiten.

Maz ist Australierin und Alan in England geboren. Es wird aber genau umgekehrt. Maz mit ihrem gestochen scharfen Englisch könnte als Engländerin durchgehen und Alan ist so flippig, dass man ihm den Australier abnimmt. Er verbreitet derart gute Laune, dass man aus dem Lachen nicht herauskommt. Zum Haus gehört ein großer, sehr gepflegter mit Sonnenkraft beheizter Pool, in dem wir herrlich schwimmen konnten. Maz macht uns morgen dann ein leckeres Frühstück mit selbstgemachtem Joghurt, Müsli und tropischen Früchten.

Nach einer herzlichen Verabschiedung geht es auf nach Cairns zum Flughafen. Am Nachmittag fliegen wir nach Sydney, wo wir inclusive Zeitverschiebung gegen 21 Uhr ankommen. Wir nehmen uns ein Uber und fahren zum Hotel.

Das Vulcan-Hotel ist okay, liegt einigermaßen zentral, ansonsten aber nicht so toll. Lediglich die Mitarbeiter an der Rezeption sind superfreundlich und sehr hilfsbereit.

Am nächsten Tag erkunden wir Sydney. Zunächst geht es auf den Sydney Tower von dem man eine tolle 360-Grad-Aussicht auf Sydney hat. Dann geht es weiter mit dem weltweit bekannten roten Big Bus auf Stadtrundfahrt. Zwischendurch steigen wir aus und fahren mit einer Hop-On-Hop-Off-Fähre durch den Hafen. Wir haben herausgefunden, dass das billigste Angebot für diese Kombination direkt am Sydney Tower gebucht werden kann. Hier zahlt man pro Person etwas über 50 €.

An diesem Tag haben wir Glück mit dem Wetter, so dass wir viele schöne Fotos von der Oper und der Sydney-Harbour-Bridge machen können. Natürlich laufen wir auch bis zur Hälfte auf die Brücke und wieder zurück.

Am Abend machen wir das noch einmal. In der Dunkelheit sieht die Silhouette und die Oper viel schöner aus. Zum Abschluss des Abends landen wir in Sydneys ältestem Pub, dem Fortune of War. Hier gibt es viele Biersorten vom Fass, womit ich allein schon auf meine Kosten käme. An dem Abend ist aber auch Live-Musik. Es spielt ein Sänger mit Gitarre. Der spielt und singt so unglaublich gut, der ganze Pub ist in Partystimmung. Alle Lieder werden von den Gästen mitgesungen und auf kleinstem Raum getanzt. Ein toller Abschluss des Abends.

Sydney Fortune of War - der älteste Pub Sidneys
Sydney Fortune of War – der älteste Pub Sydneys

Insgesamt gefällt uns Sydney an diesem einen Tag den wir zur Verfügung haben, nicht besonders. Das Viertel The Rocks ist schön, mit netten Geschäften, Lokalen und alten Gemäuern. Ansonsten sind wir eher ein wenig enttäuscht.

Und schon sind die drei Wochen zu Ende und es geht in das regnerische Ruhrgebiet zurück.

Es war ein toller Urlaub mit vielen Eindrücken, von denen wir lange zehren werden.

Zum Abschluss noch ein paar Auffälligkeiten:

Wir haben selber kein einziges gefährliches Tier gesehen, aus den Erzählungen wissen wir aber, es gibt sie 😉 Die Australier haben einen Fabel für Warnschilder und warnen mit interessanten Schildern vor allen ihren Tieren, die auf die Straße kommen könnten. Und die Tiere kommen auf die Straßen. Kängurus haben wir in einigen Orten gesehen.

Wir haben gelernt, dass die Australier früh zu Abend essen und früh schlafen gehen, dafür aber auch früh aufstehen. Die Menschen hier sind unglaublich freundlich. Wir können uns nicht erinnern, dass wir auch nur einen Menschen gesehen haben, der aufgeregt und hektisch agiert hat. Das war sehr auffallend und wohltuend im Vergleich zu Deutschland.

Das Bezahlen in Australien funktioniert fast ausschließlich bargeldlos und mit Handy oder Karte kontaktlos. Wir haben nur einmal Geld geholt und das praktisch auch nicht gebraucht.

Wir hatten Befürchtungen hinsichtlich hoher Preise. Die Preise fanden wir nicht hoch, sondern zum Teil sogar günstiger als in Deutschland. Für das große Steak mit Beilagen in Yungaburra habe ich umgerechnet ca. 17 € gezahlt. Für einen Burger mit Dry-Aged-Beef habe ich in Rainbow Beach umgerechnet 12 € gezahlt. Beide Essen waren ausgezeichnet.

Milchprodukte sind in der Tat etwas teurer als in Deutschland und Käse habe ich im Supermarkt keinen gefunden, der Geschmack hatte.

Der Spritpreis liegt für Normalbenzin unter einem Euro.

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