Ankunft in Madeira
Montagmorgen. Um halb sieben geht der Wecker. Heute ist früh aufstehen angesagt. Wir wollen viel von Madeira sehen und daher früh von Bord gehen. Gegen sieben legt das Schiff im Hafen an und unser Ziel ist es, gegen 8 Uhr von Bord zu gehen.

Das hat dann nicht ganz geklappt, aber gegen halb neun sind wir von Bord und auf dem Weg zur Sixt-Autovermietung. Das sind ungefähr 20 Minuten Fußweg. Unser Wagen ist ein ein kleiner VW Up mit Automatik und leider nur 60 PS. In den Bergen wären tatsächlich etwas mehr PS besser gewesen. Aber wir kommen auch so gut klar.
Monte
Von Sixt aus geht es in Richtung Innenstadt zur Bergstation der Seilbahn auf den Monte. Gerade mal drei Kunden sind vor uns an der Kasse und wir müssen nur drei Gondeln abwarten, bis wir einsteigen können. Es zahlt sich aus, früh hier zu sein. Als wir vom Berg runterkommen, ist die Schlange vor der Kasse schon 30-40 Meter lang und mindestens das gleiche noch einmal vor den Gondeln. Wir hätten locker über eine Stunde gewartet.

Die Aussicht vom Berg aus ist fantastisch. Oben gibt es noch einen Botanischen Garten, dessen Besichtigung wir uns aber schenken. Interessanterweise kostet der Eintritt inclusive Gondelfahrt hin und zurück einzeln gekauft zwei Euro weniger, als wenn man an der Talstation ein Kombi-Ticket kauft.

Die schönste Aussicht genießt man übrigens von der Kirche auf dem Berg aus.

Die Kirche ist von innen nett anzusehen und hat eine schöne bemalte Holzdecke.

Schlittenfahren ohne Schnee
Unterhalb der Kirche ist der Startpunkt für eine der Hauptattraktionen auf der Insel, die Schlittenfahrt. Auf Schlitten mit Holzkufen steuern zwei Fahrer den Schlitten eine 2 km lange Fahrt durch die Straßen nach Livramento hinab. Leider muss man dann auch wieder 2 km bergauf zurück laufen. Mit Blick auf die Uhr und unser Restprogramm haben wir uns die Fahrt und die 30 Euro für eine Fahrt als Paar gespart.

Steilküste Cabo Girao
Vom Monte aus geht es weiter an der Südküste Richtung Westen. Die nächste Station ist Cabo Girao, die zweithöchste Steilklippe der Welt.

Beeindruckend, aber noch faszinierender finden wir die Steilklppen an unserem nächsten Ziel – am Ponta do Pargo
Ponte do Pargo
Zu beiden Seiten des sehr kleinen Leuchtturms finden sich langgezogene Steilklippen, die in bei dem dunstigen Wetter, das wir hier antreffen, sehr mystisch wirken.
Die Klippen sind auf einem breiten und ungesicherten Plateau begehbar. Ein bisschen mulmig wird einem dabei schon.


Porto Moniz
Vom Leuchttrum aus fahren in weiter in Richtung Porto Moniz. Die Straße führt uns bergauf und bergab mit vielen engen Serpentinen. Die Landschaft, die sich uns dabei zeigt, ist wahrlich beeindruckend.
Hier, am westlichsten Punkt der Insel, gibt es eine Festung und ein Naturschwimmbecken zu sehen.

Am längsten halten wir uns auf den begehbaren zerklüfteten Lavastreifen an der Festung auf. Hier wurden Wege angelegt und wir können das reinrauschende Meer beobachten. Die Lavasteine sind zum Teil mit Plfanzen und Moosen bewachsen. Eine sehr schön zugänglich gemachte Sehenswürdigkeit.


Weiter geht es zur Nordküste. Das Wetter ist im Westen und vor allem im Norden mittlerweile deutlich wolkiger. Auch die Termperaturen sinken immer weiter ab. Haben wir in Funchal noch schöne Frühlingstemperaturen gehabt, sinken die Temperaturen jetzt bis auf unter 10 Grad ab.
Die Insel ist ausgesprochen feucht und dadurch unglaublich grün. Zum Teil erinnert es uns an die schottischen Highlands. Überall sprudeln Wasserfälle aus den Steilhängen.

Boaventura
Weiter geht es die Küste entlang in Richtung Boaventura. Unser Weg führt uns dabei durch das Örtchen Seixal, das einen sehr malerischen Eindruck macht ohne dass wir aber stoppen. Boaventura soll laut dem Video, das wir vorab in Deutschland gesehen haben, in einer natürlichen Oase liegen. Ob wir es als Oase bezeichnen möchten, mag mal dahingestellt bleiben. In der Tat, ist die Landschaft hier sehr ursprünglich.

Wir orientieren uns an einem Schild, dass uns zu einem Aussichtspunkt führen soll und landen durch Zufall auf einem kleinen Friedhof, auf dem anscheinend zu Beginn dieses Jahrhunderts die ersten Gräber angelegt wurden. Auffällig ist, dass alle Grabsteine mit Bildern der Verstorbenen versehen sind.

Heimweg
Jetzt ist es an der Zeit, Richtung Autovermietung den Heimweg anzutreten. Noch befinden wir uns im Norden der Insel und müssen wieder in den Süden zurück. Wir suchen uns eine Route aus, die uns über die Berge mitten über die Insel führt.
Das Wetter ist zurzeit nicht so besonders. Ohnehin stark bedeckter Himmel, kommen jetzt noch tiefhängende Wolken hinzu, so dass wir ein ums andere Mal durch kleine Nebelfelder fahren. Die Landschaft, die sich uns dabei zeigt ist dadurch zum Teil gespenstisch. Die Bäume, die hier wohl viel Wolken abbekommen, sind dicht mit einer Art Flechten behangen, die in langen Fäden von den Bäumen hängen. Sie wirken wie überdimensionale Spinnweben. Die ganze Fahrt über geht es rauf und runter.
Es lohnt sich auf jeden Fall, diese Strecke zu fahren. Sie gibt noch einmal einen ganz besonderen Eindruck von dieser grünen Insel.
Fazit Madeira
Madeira ist eine wunderschöne Insel. Sie kommt auf die Liste der Urlaubsorte, die wir gerne noch einmal besuchen möchten. Dann aber länger und mit der Möglichkeit, viel zu wandern. Denn das ist bei unserer Tagestour auf der Strecke geblieben.
Es soll auf der Insel tolle Wandewege geben, die an den Levadas vorbeiführen. Das sind Bewässerungskanäle, die vor einigen hundert Jahren angelegt wurden und die das in den Bergen reichlich vorhandene Wasser zu den Küsten führen.
Zu einer späteren Zeit im Jahr wird die Landschaft noch bunter sein, da dann viel mehr Blumen in Blüte stehen.
Zudem wollen wir, wenn wir mehr Zeit zur Verfügung haben, auch noch Schlitten fahren!
